Eine Stunde (Noch)Alltag in Baal, 20.06.2018

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locotracteur
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Eine Stunde (Noch)Alltag in Baal, 20.06.2018

Beitrag von locotracteur » Donnerstag 21. Juni 2018, 21:59

Am 20. Juni ergab sich im Rahmen eines Urlaubstages die Möglichkeit, noch einmal an die Strecke zu gehen.

Morgens gegen 7:30 stand IC 2222 auf dem Programm, der mit der abendlichen Rückleistung IC 2223 aus Berlin den einzigen Fernverkehr zwischen Aachen und Mönchengladbach bildet. Immerhin, dies hat die alte Glasstadt Herzogenrath am westlichen Zonenrandgebiet der noch älteren Römerstadt Trier voraus ;-)

Als IC 2222 einfuhr, verließ RB18 nach Heerlen gerade den Bahnsteig. Die Bauarbeiten für den RRX machen auch hier Fortschritte, in rund 4 Wochen wird die Strecke gesperrt, dann geht es richtig los:

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185 339 hatte lange an der Einfahrt warten müssen, bevor sie die Fahrt mit ihrem überlangen Autotransportzug fortsetzen konnte. Überlang, überdeckte der Zug doch eine entgegenkommende Class 66:

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Bereits zu dieser Tageszeit war schon wieder der Wurm drin. 111 129 musste mit ihrem RE4 auf den letzten Kilometern vor dem Ziel noch RB20 vorlassen, obwohl die 2 Halte mehr bis AC Hbf hat. Gleichzeitig fuhr RB33 nach Duisburg ein, eine Konstellation, die eher unwahrscheinlich ist, wenn alles nach Plan läuft:

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Später fuhr ich dann nach Baal, dort letzte Aufnahmen vor dem Umbau zu machen. Baal war als Turmbahnhof angelegt. Unter der Hauptstrecke Aachen - Mönchengladbach kreuzte die Nebenbahn Jülich - Linnich - Baal - Dalheim, deren Teilstück Linnch - Baal schon 1967 stillgelegt wurde. Bis 1980/81 hielt sich der Personenverkehr mit ETA 150 nach Dalheim. An der Strecke lag die Zeche Sophia-Jacoba in Ratheim, die über eine Verbindungskurve von Baal Gbf aus angebunden war. Der Streckenteil bis zum Zechenbahnhof war elektrifiziert. Sophia-Jacoba ist Geschichte, auch die Brikettfabrik ist seit einigen Jahren geschlossen und der Abzweig außer Betrieb. Lokale Politiker wollen die Bahntrasee (natürlich!) für eine Umgeungsstraße nutzen.

Zu den Fotos: Als ich zum ertsen Mal hier aufschlug, lagen hier noch Schienen und der ETA 150 stand abfahrbereit unter der Brücke:

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Oben angekommen, musste ich feststellen, dass der Zugverkehr total außer Plan war. Blechelse plapperte von + 50 min. RB33 nach Aachen. Die Schüler nahmen es mit Gelassenheit:

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Irgendwann bewegte sich ein RE4 aus Aachen heran, Anlaß, den Kilometerstein 40,8 in den Vordergrund zu schieben (extra für Dich, Klaus!):

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Für Freunde der 111, das schob von hinten:

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Der RE4 mit + 50 min:

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Als Überraschungsgast rollte 2831 auf das noch lange geschlossene Esig von Baal Gbf heran:

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Ein etwas pünktlicherer RE4 mit 111 010 kam hinterher:

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Kurz darauf RB33 nach Duisburg:

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Ich nutzte den jetzt leeren Bahnsteig, einige Fotos des Bestandes zu machen:

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Fahrtrichtung Jülich:

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Fahrtrichtung Dalheim:

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Vor einigen Tagen war der Tagespresse zu entnehmen, dass die Kreise Heinsberg und Düren den Wiederaufbau der Strecke von Linnich nach Baal anstreben, um die Züge der Rurtalbahn an die Hauptstrecke anzubinden. War doch nicht so blöde, was man früher schon mal gebaut hat...


Als letztes Motiv kam "mein" Schrottzug, den ich sonst nur nachmittags beladen in Gegenrichtung sehe:

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Auf dem Heimweg kommt man mit etwas gutem Willen in Lindern vorbei. Hier hatte sich seit meinem letzten Fotobericht nichts verändert, außer:

Die RB33 flügelte nicht, sondern die Züge von und nach Aachen fuhren durch:

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Parallelausfahrten gibt es wohl nicht mehr? Erst verließ der Zug nach Aachen den Bahnhof, in respektvollem Abstand folgte der 425 nach Heinsberg:

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Der Weg führte über Geilenkirchen, wo die neue Bahnsteigkante an Gleis 1 schon weit gediehen war. 111 096 hat sich über die Weichen nach Gleis 2 gequält, um die Fahrgäste am Mittelbahnsteig aufzunehmen:

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Kurze Zeit später kam der Gegenzug:

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Ich achte beim Fotografieren wirklich darauf, nicht einmal den Eindruck zu erwecken, Personen ungefragt an zentraler Stelle im Bild zu haben. Nach dem Foto eines Zweiwegebaggers im Gleisbett! baute sich ein tendenziell eher kleinwüchsiger wie nicht gerade den gängigen Schönheitsidealen folgender junger Mann vor mir auf und herrste mich an, er hoffe in meinem Interesse, dass er nicht mit auf dem Bild sei... In meiner spontanen Verärgerung über den Tonfall liefen in Millisekunden Szenen von Zwergenwerfen vor mir ab. Jaja, politisch unkorrekt...Einer spontanen Eingebung folgend antwortete ich höflich, dass er sich keine Sorgen machen solle, ich fotografiere nur schöne Sachen.....Das Gesicht wäre auf jeden Fall ein Foto wert gewesen....

Franz-Josef

Rolf
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Re: Eine Stunde (Noch)Alltag in Baal, 20.06.2018

Beitrag von Rolf » Donnerstag 21. Juni 2018, 23:50

Sehr schön. Vielen Dank!

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