Betriebsstörungen

Eifelbahn Köln-Trier
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M&M
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Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Dienstag 16. Juli 2019, 13:54

Guten Tag,

die Ruhe hier im Forum erscheint mir (nach subjektivem Eindruck) trügerisch, was die Zuverlässigkeit des Betriebs auf der Eifelstrecke angeht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Heute, 16.07.2019:
Ab etwa 11:00 Uhr kein Zugverkehr von/nach Gerolstein. Ursache war nicht in Erfahrung zu bringen. Vielleicht kann das hier wer ergänzen?
Die Züge gegen 11:00 Uhr in Gerolstein nach bzw. von Köln fielen anscheinend ersatzlos aus, obgleich der 11:00Uhr-Zug noch lange Zeit mit Fahrgästen abfahrbereit am Bahnsteig stand und keine Störungsmeldung über die Anzeige lief.
Der Folgezug fuhr schließlich mit +35 Minuten in Richtung Köln.

Freitag, 12.07.2019:
Kein Zugverkehr ab etwa 18:00 Uhr von/nach Köln. Die Anzeige meldete einen umgestürzten Baum und daher zunächst +45 Minuten später, bald darauf dann +90 Minuten.
(Edit: Danke an bluesbrother für den Hinweis zum falschen Datum. Korrigiert.)

Zudem war zuvor an diversen heißen Tagen zu beobachten, dass die Züge auf freier Strecke Verspätungen einfuhren, die dann teilweise in Richtung Trier dazu führten, dass der Zug auch gleich wieder mit Verspätung retour aus Trier kam. Über den Tag summierten sich dann - auch dank der eingleisigen Abschnitte - die Verspätungen entsprechend.

Gruß M&M
Zuletzt geändert von M&M am Mittwoch 17. Juli 2019, 23:34, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von bluesbrother » Mittwoch 17. Juli 2019, 22:01

Der RE um 10:56h ab Gerolstein nach Köln hatte eine Störung am Zug und ist deshalb ab Gerolstein ausgefallen. Dieser wurde später der Werkstatt in Köln zugeführt.

Die Verspätungen am Freitag 12.07., nicht am 13.07., sind durch einen umgestürzten Baum bei Phillipsheim entstanden, soviel ich das in Erinnerung habe. Die durch die Streckensperrung entstandenen Verspätungen und Ausfälle haben sich bis in Nacht ausgewirkt.
Gruß aus der Nordeifel!

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Mittwoch 17. Juli 2019, 23:37

Vielen Dank für die Infos und den Hinweis zum Fehler beim Datum, hab`s korrigiert.

Aber hat dann der Ausfall dieses einen Triebwagens um 10:56 Uhr ab Gerolstein auch derartige Auswirkungen auf andere Züge gehabt oder gab es am Dienstag schon wieder so viele verschiedene Störungen? Definitiv hatte ja auch der Folgezug nach Köln noch eine erhebliche Verspätung ab Gerolstein (etwa +35min.), zudem kam es auch zu Ausfällen in Richtung Gerolstein.

Gruß M&M

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von bluesbrother » Donnerstag 18. Juli 2019, 18:12

Aber hat dann der Ausfall dieses einen Triebwagens um 10:56 Uhr ab Gerolstein auch derartige Auswirkungen auf andere Züge gehabt
Das kann ich leider nicht mehr nachvollziehen.
Gruß aus der Nordeifel!

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Freitag 19. Juli 2019, 18:51

Ist es eigentlich tatsächlich so, dass die neuen Triebwagen nur durch Rollstuhlfahrer genutzt werden können, indem der Tf selbst bis zur entsprechenden Ein- bzw. Ausstiegstüre gehen muss? So von mir neulich beobachtet. Der ganze Vorgang kostete beim Einstieg und beim Ausstieg jeweils rund 4 Minuten, machte also in der Summe allein 8 Minuten Verspätung aus. Je nach Verspätungslage kann das schon ausreichen, um durch eingleisige Abschnitte entsprechend höhere Verspätungen zu sammeln.

Hinzu kommen "polizeiliche Ermittlungen", wie gestern beim RE um 17:56 Uhr ab Gerolstein mit rund 20 Minuten, die alle zahlenden Fahrgäste dem nicht zahlenden Fahrgast dann zu "verdanken" haben. Aber auch das ist ein neues Problem, da dies beim früher zwischen Trier und Gerolstein nur in Erdorf haltenden RE deutlich leichter und zügiger abzuwickeln war als den Zug 20 Minuten stehen zu lassen.
Immerhin: Es gab keine Trassenkonflikte zwisschen Birresborn und Gerolstein, weil der RE aus Köln ohnehin auch wieder leicht verspätet unterwegs war...

Mich würde mal eine aktuelle Verspätungsstatistik der Eifelstrecke für die letzten Monate interessieren...

Gruß M&M

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Donnerstag 25. Juli 2019, 23:30

Ich staune immer noch, wie klaglos die Verspätungen inzwischen offenbar schon zum Alltagsempfinden gehören... Und so ergänze ich mal weiter:
Am Dienstag, 23.07., abends mit nur ca.+10 Uhr von Köln nach Gerolstein (planmäßig 21:02 Uhr an).
Dafür dann am Mittwoch, 24.07., mit Zug von Köln nach Gerolstein Ankunft statt 16:02 Uhr gegen 16:50 Uhr (+48 Minuten!) mit entsprechenden Verspätungen aller um diese Uhrzeit recht dicht im Zeitabstand folgenden Zügen nach Gerolstein.
Auch die Züge in Richtung Köln erwischte es, da Bü-Störung zwischen Weilerswist und Euskirchen und Signalstörung bei Erftstadt gemeldet wurden.

Ich habe über die Jahrzehnte viel erlebt und auch die Zeiten noch gut in Erinnerung, als der "Pannolino" ständig in der Presse auftauchte, während sich die Fahrgäste schon auf +20-25 Minuten je Zugfahrt einstellten. Aber derart häufige Verspätungen und vor allem derartig häufig hohe Verspätungen von 45 Minuten oder mehr habe ich bisher noch nicht auf der Eifelstrecke erlebt.
Gruß M&M

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Samstag 27. Juli 2019, 17:05

Heute "Gegenstände im Gleis" als angegebene Ursache und gemeldet mit +57 Minuten (!) für RE 11345, der jetzt eigentlich in Gerolstein angekommen sein sollte Laut bahn.de zwischen Erftstadt und Euskirchen, wo vorgestern noch BÜ-Störung und Signalstörung waren. Streckenabschnitt gesperrt (?)
Gruß M&M

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Samstag 27. Juli 2019, 19:11

Und nun, rund zwei Stunden später:
RB 11351, planmäßig 19:03 Uhr ab Gerolstein, mit aktuell rund 40 Minuten! Angegebener Grund: "Verspätung aus vorheriger Fahrt"
Und da in letzter Zeit viel über die Eifelquerbahn diskutiert wurde: Sitzen dort Anschlussreisende nach Daun im Zug, müssten diese anschließend rund 90 Minuten auf den nächsten Bus warten. Dieser fährt dann aber auch nur bis Daun. Wer beispielsweise noch bis Ulmen wollte, verpasst den letzten Bus.
Da die meisten Fahrgäste auch je nach Ticket nicht bis in den hintersten Winkel der Eifel durchlösen können, besteht im Übrigen in diesem Fall nicht einmal ein Erstattungsanspruch für Taxikosten, wenn der Zielort lt. Fahrkarte Gerolstein ist und die Verspätung unter 60 Minuten bleibt...
Gruß M&M

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Samstag 27. Juli 2019, 20:29

Vermutlich dann als Folgeverspätung (?) mangels Fahrtzeitpuffer bzw. Fahrzeug- bzw. Personalreserven nun Verspätung Richtung Köln:

RE11358 ist derzeit aus Ehrang mit etwa +45 Minuten (!) unterwegs und wird in Gerolstein 20:38 Uhr statt 19:53 Uhr erwartet.

Gruß M&M

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von bluesbrother » Montag 29. Juli 2019, 18:35

Heute "Gegenstände im Gleis" als angegebene Ursache und gemeldet mit +57 Minuten (!) für RE 11345
Am Nachmittag des 27.07.2019 wurde infolge eines Gewittersturms ein Wellblechdach in Derkum auf die Gleise geweht, welches nebenbei auch noch eine BÜ-Anlage beschädigte. Zu dem kam es in Euskirchen aufgrund eines Blitzeinschlags zu Störungen in der Leit- und Sicherungstechnik. Da die Gleise zwischen Euskirchen und Erftstadt sowieso gesperrt waren, führten diese aber zu keinen nenneswerten zusätzlichen Verspätungen. RE 11345 stand vor dem Dach und konnte erst weiterfahren, nachdem die Gleise wieder geräumt waren.

Zum RE 11351: Dieser kam aus der verspäteten Vorleistung 11342, welcher aufgrund der Streckensperrung erst 50 Minuten verspätet Euskirchen gen Köln verlassen konnte. Hier hätte man den 11342 wohl besser in Euskirchen enden lassen und dort auf den 11351 gewendet. Dann wäre dieser wenigstens zwischen Euskirchen und Trier im Plan gefahren. Aber diese Entscheidungen haben höhere Instanzen zu tätigen und diese waren an diesem Tag hoffnungslos überlastet, da nicht nur die Eifelstrecke mit Gewittern und Starkregen zu kämpfen hatte.

Zum RE 11358: Es war wahrlich eine Folgeverspätung aus dem vor dem Wellblech gestrandeten RE 11345.

Kurz um: Es fehlt natürlich an Reserven in Köln und Trier, die zwar eingeplant aber doch recht knapp, meines Erachtens nach sehr knapp bemessen sind. Der Besteller der Leistungen ging halt von einem Planbetrieb aus. Reserven kosten Geld und der Gedanke, ein Reservefahrzeug oder ein Reservepersonal könnten tatsächlich mal zum Nichtstun verdammt sein, da ja alles planmäßig über die Bühne gehen könnte, treibt dem Bereitsteller der Reserveleistungen den Angstschweiß auf die Stirn. Es fehlt aber auch an ausreichend eingeplanten Wendezeiten in Köln-Deutzerfeld und Trier Hbf. Wenn ich mir die acht Minuten in Trier Hbf so ansehe, muss ich glauben, dass die Planer dieser unverschämt knappen Wende aus dem Tal der Ahnungslosen kommen müssen. Die etwa 20 Minuten in Köln hören sich zwar viel an, sind aber wahnsinnig schnell aufgebraucht, zu mal zu den Stoßzeiten von Mo bis Fr in Deutzerfeld eine Zugeinheit beigestellt werden muss, die dann in Euskirchen wieder abgehangen wird (ausgenommen RE 11349, so er denn mit zwei Zugteilen fährt). Man könnte zwar in Köln Hbf hoch verspätet eingetroffene RE aus der Eifel direkt dort auf die Folgeleistung wenden; dies wird aber aufgrund der Gleisbelegung und des dann ab Köln verkürzt fahrenden Zuges sehr selten praktiziert. Hier würden dann wieder Reserven helfen...

Nochmal kurz um: Auf dem grünen Tisch sieht zwar alles super aus, die Realität findet aber im grauen Schotterbett statt.
Ich staune immer noch, wie klaglos die Verspätungen inzwischen offenbar schon zum Alltagsempfinden gehören
Nicht staunen, gewöhnt euch dran.

Ich habe fertig!
Gruß aus der Nordeifel!

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Re: Betriebsstörungen

Beitrag von M&M » Dienstag 30. Juli 2019, 00:10

Vielen Dank an bluesbrother für die vielen Infos und die detaillierte Darstellung!

Getreu dem Motto "Nicht staunen, gewöhnt euch dran" ergänze ich dann gleich wieder zum heutigen Tag (29.07.):

Angefangen hat`s diesmal mit einer Signalstörung in Gerolstein. Der Uhrzeiger war schon bei 06:39 Uhr angekommen, als RB11315 nach Trier endlich langsam - außerplanmäßig von Gleis 2 - im Gerolsteiner Frühnebel ausrollen durfte. Planmäßige Abfahrt wäre 06:22 Uhr gewesen!

Heute Abend waren "Personen im Gleis" die Begründung für etwa +20-25 Minuten Verspätung für RB11435. Dementsprechend hatte folglich auch RE11351 Verspätung, wobei als Ursache aber erstaunlicher Weise dann hier zunächst "Verspätung aus vorheriger Fahrt" diente ehe sich die Verspätung von etwa 15 Minuten auf ebenso etwa 25 Minuten erhöht hatte. Hierzu gab`s dann wenigstens eine neue, passende Ursache: Verspätung in Folge des eingleisigen Streckenabschnitts mit Warten auf einen anderen Zug.
Wer in Richtung Daun wollte, hatte aber so oder so wieder das Nachsehen: Der Regiobus startete zwar - warum auch immer - verspätet, aber ohne den verspäteten RE noch abzuwarten. Für Reisende nach Daun wiederum 2 Stunden Wartezeit auf den nächsten Bus in Gerolstein. Für Reisende nach Ulmen wiederum das vorzeitige Ende der Reise.

In der Gegenrichtung hatte zudem - warum auch immer - der RE um 18:56 Uhr zunächst noch etwa 10 Minuten im Bahnhof gestanden, war dann aber gegen 19:05 Uhr abgefahren.

Willkommen im Alltag, wenn so geplant wird, wie bluesbrother das beschrieben hat: "Kostenminimiert" und "Erlösoptimiert". Man will ja nicht die beste, sondern die billigste Eisenbahn in Deutschland... Vieles wäre mit hinreichend Wendezeit, Fahrzeugpuffer und vor allem dem schon vor Jahrzehnten versprochenen Ausbau der eingleisigen Abschnitte möglich. Stattdessen planen die Entscheidungsträger lieber aus Gründen des Umweltschutzes in die Elektrifizierung zu investieren, während sie im Auto durchs Land düsen, weil die Bahn doch zu unzuverlässig sei...

Gruß M&M

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