Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Eifelbahn Köln-Trier
Antworten
Eifelplaner
Beiträge: 66
Registriert: Sonntag 4. Juni 2017, 18:16

Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Beitrag von Eifelplaner »

Heute gab es mehrere veröffentlichte Presse-Erklärungen zum Thema Wiederaufbau der Eifelstrecke:

So schließen sich die Verbandsmitglieder des SPNV Nord in der Region Trier den Forderungen Ihrer Kolleg*innen im NVR zum Thema Aus- und Wiederbau von Eifel- und Ahrstrecke an: Hier werden sehr ambitionierte Ausbauziele genannt. Die dafür erforderliche Machbarkeitsstudie soll im IV Quartal d. J. vorgelegt werden:
Hier die vollständige Presseveröffentlichung:
https://www.spnv-nord.de/artikel/eifel- ... aufbauen-x

Außerdem hat die Bahn heute mitgeteilt, wie und bis wann sie gedenkt, die Eifelstrecke wieder durchgänging zu befahren. Durchgehende Züge wird es danach erst wieder im Sommer 2023 geben. Der Zeitplan für den Wiederaufbau steht jetzt.
Teams von Bahn und Fachfirmen bauen in beiden Bundesländern die Strecke wieder auf.

https://www.deutschebahn.com/pr-frankfu ... ht-6331528
Benutzeravatar
Holger Lersch
Beiträge: 652
Registriert: Mittwoch 10. November 2004, 21:17
Wohnort: New York
Kontaktdaten:

Re: Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Beitrag von Holger Lersch »

Na das waer was!
--
YouTube: USA, Eisenbahn und mehr unter
https://www.youtube.com/channel/UCZp4-W ... 0WHnJFFEYA
Blog: Pendleralltag im New Yorker Norden und Kölner Südwesten unter
http://www.fahrbier.de/
M&M
Beiträge: 207
Registriert: Freitag 27. Mai 2011, 09:14

Re: Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Beitrag von M&M »

Mit der Vision "90 statt 180 Minuten" kann man vieles gut verkaufen, Fakt ist aber zunächst mal nur, dass nach zwei Monaten SEV mit erheblichen Belastungen für die Fahrgäste feststeht, dass sich die Wiederinbetriebnahme Köln - Gerolstein um weitere mindestens etwa 6 Monate verzögert und frühestens nach insgesamt zwei Jahren erfolgen soll... (und dann wird die Fahrtzeit auch nicht 90 statt 180 Minuten betragen).
Oder anders ausgedrückt: Während sich die Politik in Visionen überbietet, geht es auf der Piste fast nicht voran, was aber offenbar nur die Fahrgäste juckt, deren Lobby wiederum in der Politik sehr gering scheint.
Wie die Tochter von Frau F. nun von Gerolstein zur Ausbildungsstelle nach Euskirchen kommt, wo sie nicht mehr täglich mit einer Stunden Fahrtzeit per Zug pendeln kann und es dort auch flutbedingt kaum Perspektiven auf Mietwohnungen gibt - das sind Probleme, von denen man in sozialen Netzwerken liest, aber offenbar nicht in der Lokalpolitik.
Gruß M&M
Rolf
Beiträge: 912
Registriert: Donnerstag 11. Januar 2007, 22:51

Re: Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Beitrag von Rolf »

M&M hat geschrieben: Freitag 17. September 2021, 14:38 Mit der Vision "90 statt 180 Minuten" kann man vieles gut verkaufen, Fakt ist aber zunächst mal nur, dass nach zwei Monaten SEV mit erheblichen Belastungen für die Fahrgäste feststeht, dass sich die Wiederinbetriebnahme Köln - Gerolstein um weitere mindestens etwa 6 Monate verzögert und frühestens nach insgesamt zwei Jahren erfolgen soll... (und dann wird die Fahrtzeit auch nicht 90 statt 180 Minuten betragen).
Oder anders ausgedrückt: Während sich die Politik in Visionen überbietet, geht es auf der Piste fast nicht voran, was aber offenbar nur die Fahrgäste juckt, deren Lobby wiederum in der Politik sehr gering scheint.
Alles richtig, aber eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Betriebes würde einen Aufbau 1:1 bedeuten, also die Wiederherstellung des Status quo ante ohne jede Verbesserung. Dafür rechnet die Bahn mit mittlerweile 2 Jahren bis zur vollständigen Wiederherstellung. Bis dahin haben ehemalige Kunden der Bahn ohnehin den Rücken gekehrt und sich an andere Lösungen gewöhnt. Wenn man sie zurückgewinnen will, muss man das Angebot meiner Meinung nach so oder so deutlich verbessern und die Bahn erheblich attraktiver machen, insbesondere durch deutlich bessere Fahrtzeiten. Darüber tüfteln die Beteiligten gerade, z. B. in der "Zukunftskonferenz".

https://aw-zukunftskonferenz.de/ergebnisse/

Wie mir ein beteiligter Bürgermeister jüngst von der "Zukunftskonferenz" berichtete, will man lieber den großen Wurf wagen als alles 1:1 wiederherzustellen. Das dauert natürlich länger, da erst ein "Masterplan" für eine "nachhaltige" Verbesserung erstellt werden muss. Für die Eifelstrecke kann es aus meiner Sicht ebenfalls nur die Devise geben, wenn schon Wiederaufbau, dann auch richtig und mit signifikanten Verbesserungen, auch wenn es Zeit kostet. Der Bund hat schließlich 30 Mrd. für den Wiederaufbau bereitgestellt, und das ist eine gewaltige Summe, die ohne die Hochwasserkatastrophe nie zur Verfügung gestanden hätte. Daher würde ich die großzügige Wiederaufbauhilfe als Glück im Unglück betrachten und lieber "klotzen statt kleckern", wie es Guderian in anderem Zusammenhang formulierte. Oder anders ausgedrückt: Jetzt oder nie!
Eifelplaner
Beiträge: 66
Registriert: Sonntag 4. Juni 2017, 18:16

Re: Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Beitrag von Eifelplaner »

Aktuell: Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zum Wiederaufbau und zum zukünftigen Ausbau der Eifelstrecke im Deutschen Bundestag

https://dserver.bundestag.de/btd/19/323/1932383.pdf

Da sind wir aber auf die Antworten gespannt?
M&M
Beiträge: 207
Registriert: Freitag 27. Mai 2011, 09:14

Re: Zukünftig in 90 statt 180 Minuten von Köln nach Trier durch die Eifel?

Beitrag von M&M »

Rolf hat geschrieben: Dienstag 21. September 2021, 05:17 Alles richtig, aber eine schnellstmögliche Wiederaufnahme des Betriebes würde einen Aufbau 1:1 bedeuten, also die Wiederherstellung des Status quo ante ohne jede Verbesserung. Dafür rechnet die Bahn mit mittlerweile 2 Jahren bis zur vollständigen Wiederherstellung. Bis dahin haben ehemalige Kunden der Bahn ohnehin den Rücken gekehrt
...und das ist zu lang. Das ginge schneller. Das ist nicht der schnelle Wiederaufbau, welcher der Region versprochen wurde. Das wirft Fragen auf, wo DB Netz die Prioritäten im Netz setzt - und wo nicht.
Das erlaubt Kritik, wenn man sieht, wie wenig sich bisher tut. Und wo sich bisher gar nix tut.
Aber das weckt offenbar wenig Interesse...
Verkehrswende zu predigen und die Bahnfahrer zur Anschaffung von Pkw zu zwingen, kann es doch nicht sein.
Im Übrigen: Wer sich jetzt ein Auto kauft, den Führerschein macht oder notgedrungen in den Ballungsraum umzieht, den wird man auch in ein paar Jahren mit Fahrtzeitbeschleunigung so schnell nicht wieder zurückgewinnen.
Rolf hat geschrieben: Dienstag 21. September 2021, 05:17 Wie mir ein beteiligter Bürgermeister jüngst von der "Zukunftskonferenz" berichtete, will man lieber den großen Wurf wagen als alles 1:1 wiederherzustellen. Das dauert natürlich länger, da erst ein "Masterplan" für eine "nachhaltige" Verbesserung erstellt werden muss. Für die Eifelstrecke kann es aus meiner Sicht ebenfalls nur die Devise geben, wenn schon Wiederaufbau, dann auch richtig und mit signifikanten Verbesserungen, auch wenn es Zeit kostet. Der Bund hat schließlich 30 Mrd. für den Wiederaufbau bereitgestellt, und das ist eine gewaltige Summe, die ohne die Hochwasserkatastrophe nie zur Verfügung gestanden hätte. Daher würde ich die großzügige Wiederaufbauhilfe als Glück im Unglück betrachten und lieber "klotzen statt kleckern", wie es Guderian in anderem Zusammenhang formulierte. Oder anders ausgedrückt: Jetzt oder nie!
"Zukunftskonferenz" zum Thema Eifelstrecke - sowas gab es schon im Kreis EU: Da tagen Teilnehmer/innen, die überwiegend mit dem Pkw anreisen und vermutlich fast oder alle nicht auf die Bahn angewiesen sind, um zu entscheiden, was für die Bahn gut ist - ohne Einbezug der Fahrgäste (bzw. deren Vertretung), ohne Anhörung externer, neutraler Fachleute?
(Edit: Der Link führt auf die "Zukunftskonferenzen" des Kreises Ahrweiler und zu einer im Vergleich zur Eifel(strecke) anderen Sachlage. Ich beziehe mich auf das, was von den Aufgabenträgern kommuniziert wurde, in dem die Kreise vertreten sind. Inwieweit die Eifelstrecke Thema auf den "Zukunftskonferenzen" des Kreises Ahrweiler war, ist mir nicht bekannt.)
Der Bund hat nicht 30 Mrd. zur Verfügung gestellt, um lang gehegte Wünsche zu planen, was man gern noch alles hätte, sondern für einen schnellen Wiederaufbau. Dabei muss nicht alles 1:1 wieder aufgebaut werden, sondern möglichst resilienter, um die Infrastruktur besser vor Unwetter zu schützen. Ich habe leichte Zweifel, ob dies beispielsweise durch eine Oberleitungsabhängigkeit gelingt...
90 statt 180 Minuten - ja, wie realistisch ist das denn? Wer hat denn mal kritisch hinterfragt, was sich hinter dem Slogan verbirgt? Die Strecke Köln - Euskirchen ist wieder in Betrieb, weitere Abschnitte folgen. Nur der "Lückenschluss" zwischen Gerolstein und Nettersheim darf dann länger dauern, weil man den großen Wurf will? Oder weil man den großen Wurf will, soll beispielsweise Köln - Euskirchen dann wieder dicht gemacht werden?
Es ist ja nicht so, als ob Jahre kein Zug über die Eifelstrecke fahren würde bzw. könnte und man jetzt vom leeren Blatt her planen kann, sondern ein Großteil der Strecke ist erhalten, hat das Unwetter halbwegs überstanden und könnte zeitnah wieder in Betrieb gehen, falls nicht schon geschehen.
(Edit: Die Situation ist hier eben NICHT mit der Ahrtalstrecke vergleichbar, die meines Wissens erheblich beschädigter ist).

Ich würde mich schon freuen, wenn die Aufgabenträger etwas mehr Interesse daran zeigen würden, warum komischer Weise zufällig die Busfahrten des einen Subunternehmers deutlich verspätungsanfälliger (+15 Minuten und mehr) sind als die der anderen...

Gruß M&M
Antworten

Zurück zu „Eifelbahn (Köln-Trier)“